Warum diese Kampagne?

Alle 11 Sekunden wird ein Mädchen oder eine junge Frau an den Genitalien verstümmelt – fast 3 Millionen Mädchen pro Jahr, in Afrika, Asien, aber auch in Europa, den USA und Australien. Für Deutschland wird geschätzt, dass mindestens 20.000 von FGM (Female Genital Mutilation, internationale Bezeichnung) betroffene Frauen sowie über 4.000 davon bedrohte Mädchen hier leben.

Der Eingriff erfolgt in der Regel ohne Betäubung und unter katastrophalen hygienischen Bedingungen. Als Instrumente dienen oft Scheren, Rasierklingen oder Glasscherben. Die körperlichen und psychischen Folgen für das gesamte Leben sind fatal: größte Schmerzen beim Urinieren, „Verstopfung“ bei der Menstruation, Blutvergiftungen, Qualen beim „Öffnen“ in der Hochzeitsnacht und unvorstellbares Leid bei der Geburt und Blutvergiftungen.

Wer sich gegen FGM engagiert, trifft auf tief verwurzelte, komplexe Zusammenhänge: Zwangsheirat und damit einhergehend das finanzielle Interesse, eine „reine Frau“ zu übergeben, eine 5000 Jahre alte Tradition und nicht zuletzt die weibliche Genitalverstümmelung als Lebensgrundlage der Beschneiderinnen. Um etwas zu bewegen, ist ein gemeinsames koordiniertes Vorgehen dringend erforderlich.

Seit über 12 Jahren kämpft Waris Dirie gegen Female Genital Mutilation. Mit öffentlichen Auftritten, ihren Büchern und der Verfilmung ihres Bestsellers „Wüstenblume“ schärft die Menschenrechtsaktivistin weltweit das Bewusstsein für diese unmenschliche Praktik.

Um der Forderung „STOP FGM NOW!“ weiteren Nachdruck zu verleihen, brachte Waris Dirie viele Organisationen an einen Tisch und startete 2010 die gemeinsame internationale Kampagne „STOP FGM NOW!“. Sie vereint die Kräfte im Kampf gegen dieses grausame Ritual, um Betroffenen zu helfen, Bedrohte zu bewahren und Verantwortliche zu überzeugen.