NIgeria: Diskussion zu FGM
Wie All Africa berichtet, hat sich kürzlich eine Gruppe von Mitgliedern des öffentlichen Gesundheitssystems Nigerias in Abuja getroffen um die Praktik von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) in Nigeria zu diskutieren. Die Kommission veröffentlichte ein Communiqué, in dem sie Meinungsbildner wie Politiker, religiöse Führer, Frauengruppen und NGOs aufforderte, sich an der Aufklärungsarbeit in Bezug auf FGM in Nigeria zu beteiligen.
Gesundheitskommissar Dr. Sa’ad Idris fasste die Motivation hinter der Verstümmelung der weiblichen Genitalien als „den männlichen Wunsch nach Kontrolle über den weiblichen Körper und die weibliche Sexualität“ zusammen. Laut Idris führen weibliche Verwandte des zukünftigen Bräutigams in Nigeria häufig eine Untersuchung der Braut durch, um ihre Jungfräulichkeit sicherzustellen. Dr. Idris erklärte, FGM basiere auf dem Glauben, die Verstümmelung könne „den Wunsch einer Frau nach Sex reduzieren und dadurch Untreue, Promiskuität und lesbische Beziehungen verhindern“.
Die Kommission betonte die weitreichenden gesundheitlichen Folgen der Verstümmelung. So haben Opfer von FGM häufig Probleme beim Wasserlassen und bei der Menstruation, häufige Blasen- und Nierenentzündungen, sowie ein weit höheres Risiko als nicht verstümmelte Frauen für Komplikation während der Schwangerschaft und Geburt, sowie nach der Geburt. Zusätzlich besteht die Gefahr einer HIV Infektion durch die Verstümmelung.
Grace Akpabio, eine Teilnehmerin des Treffens stellte heraus, dass „die meisten Nigerianerinnen sich ihre grundlegendsten Menschenrechte nicht bewusst sind, und daher ihre Verstümmelung auch nicht als Verstoß gegen ihre Rechte empfinden.“ Aus diesem Grund sei es besonders wichtig, über die Gefahren und Beweggründe der Verstümmelung aufzuklären.
Via Waris Dirie









