„Ich will, dass alle Menschen auf dieser Welt meinen Traum träumen!“

„Ich will, dass alle Menschen auf dieser Welt meinen Traum träumen: Das Ende der Genitalverstümmelung – für alle Zeit! Um dieses Ziel zu erreichen, ist es wichtig, vorhandene Kräfte zu bündeln und weitere Unterstützer zu gewinnen,“ erklärte Waris Dirie zum Auftakt der „STOP FGM NOW!“-Kampagne in Berlin.

Zusammen mit im Kampf gegen Genitalverstümmelung arbeitenden Organisationen und weiteren Partnern präsentierte die Menschenrechtsaktivistin auf einer Pressekonferenz im Berlin ihre neue internationale Kampagne „STOP FGM NOW!“ Initiiert und entwickelt hat die Kampagne die Werbeagentur HEYMANN BRANDT DE GELMINI. „Die Idee, Aufmerksamkeit für FGM-betroffene Frauen nicht über Mitleid sondern über Irritation zu erzielen, hat mich überzeugt,“ sagte Waris Dirie, die mit ihrer Foundation als Trägerin und Botschafterin der Kampagne agiert. Ziel der Anzeigen und des Spots sei es, das Thema Genitalverstümmelung auch in das Blickfeld von Menschen zu rücken, die sich bisher nicht oder nur sehr wenig mit diesem grausamen Ritual beschäftigt hätten und in die Diskussion einzusteigen, wie Mädchen zu geschützt werden könnten – und zwar jetzt.

Im Kampf gegen Genitalverstümmelung haben sich unterschiedliche Ansätze und Wege bewährt. „STOP FGM NOW!“ bündelt das Engagement verschiedener Organisationen. „Wir wollen jedes Mädchen vor FGM schützen! Waris Dirie hat dieses Tabuthema als erste Frau in die Weltöffentlichkeit gebracht. Wir unterstützen ihre Kampagne, weil wir zusammen mit anderen Partnern ein Zeichen setzen wollen und gemeinsam so viel mehr erreichen können,“ sagt Jawahir Cumar von stop mutilation e.V.. Zu den ersten Unterstützerorganisationen der internationalen „STOP FGM NOW!“-Kampagne zählen außerdem das CENTER for PROFS, sowie die eingetragenen Vereine LebKom, FIM - Frauenrecht ist Menschenrecht, Hammer Forum, (I)ntact und TERRE DES FEMMES.

Folgende Forderungen sollen mit Hilfe der Kampagne unter anderem publik gemacht werden:

  • Alle Kinder in Deutschland – unabhängig von Herkunft und Geschlecht – sollten verbindlich an den ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen.

  • ÄrztInnen sollten melden müssen, wenn sie entdecken, dass ein Mädchen bereits verstümmelt ist. Dann sind andere Mädchen in den Familien extrem gefährdet und müssen wirksam geschützt werden.

  • Das Thema Beschneidung gehört in die Ausbildung von ÄrztInnen, PsychologInnen und SozialarbeiterInnen. Diese Fachkräfte können eine wichtige Rolle übernehmen, wenn es darum geht, Eltern davon zu überzeugen, ihre Töchter nicht beschneiden zu lassen.

  • Es müssen eindeutige Richtlinien für die Behandlung und Beratung von beschnittenen Frauen und Mädchen erarbeitet werden.

  • Kinder sollen im Rahmen der Sexualkunde über die weiblichen und männlichen Sexualorgane aufgeklärt werden, damit ein interkultureller tabufreier Dialog zur Problematik möglich wird.

  • Für betroffene Mädchen und Frauen sollte es mehr Beratungsstellen geben.

  • FGM sollte ein eigener Straftatbestand werden.

  • Es braucht die Ausbildung von Anti-FGM-Fachkräften, damit diese den Dialog zu Migrantenethnien aufbauen können, um sie für einen gemeinsamen Kampf zu mobilisieren.

  • Zur Realisierung dessen wird zudem gefordert, dass Bund und Länder im Rahmen eines Nationalen Aktionsplanes die entsprechenden Mittel bereitstellen.

Quelle: Pressetext STOP FGM NOW!